Touristische Routen durch Ostbelgien
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Natur, Kultur, Genuss: Ostbelgien!
Ourtal Route, Venn und Seen Route, Burgen Route — drei Themen, ein Reiseziel. Mit dieser Broschüre lädt Ostbelgien zu drei Rundfahrten ein, die jede für sich eine Reise wert ist. Jede Route folgt einem roten Faden. Mal wurde dieser Faden für Naturfreunde, mal für Wasserfreunde, mal für Fans mittelalterlicher Burgenromantik gespannt. Als Zugabe liegt immer wieder eine Kirche mit spannender Baugeschichte und kostbarer Ausstattung entlang der Strecke. Woanders endet ein Abstecher vor einer Kapelle in verwunschener Lage allein auf weiter Flur. Oder er streift Wegkreuze und Bildstöcke. Auch darauf weisen die Beschreibungen zu jeder Route hin.
Irrweg ausgeschlossen
Wie bei einer Rundfahrt üblich, gibt es einen Startpunkt, der zugleich Ziel ist. Man kann jedoch an jedem beliebigen Ort der Route einsteigen. Die Rundfahrten sind im Uhrzeigersinn beschildert. Die auf der Straßenkarte eingezeichneten gestrichelten Abkürzungen, welche die Ourtal Route sowie die Venn und Seen Route in Nord- und Südschleifen unterteilen, sind in beide Richtungen beschildert. Sechseckige Schilder mit dem Logo der jeweiligen Route helfen bei der Orientierung. Die Beschriftung ist oft auf Deutsch, das in Ostbelgien über weite Teile die Muttersprache ist. Wo die Sprachgrenze zu französischsprachigen Gemeinden überschritten wird, sind die Schilder auf Französisch beschriftet. Das Logo jeder Route aber bleibt immer identisch. Obwohl die Beschilderung der Routen 2025 überarbeitet wurde, kann es im Laufe der Zeit vorkommen, dass ein Schild fehlt. Deshalb enthält dieser Katalog zur Orientierung eine Straßenkarte mit den drei ausgearbeiteten Routen und eine Übersicht der Sehenswürdigkeiten entlang des Streckenverlaufes.
Kleine Schlenker, große Überraschungen
Apropos sehenswert: Nicht jede Sehenswürdigkeit liegt direkt an der Route. Manchmal beträgt der Schlenker nur einige hundert Meter, manchmal wenige Kilometer. Genaueres erfährst du in der Beschreibung zur jeweiligen Rundfahrt. Und noch eins: Bitte nicht vom Wechsel von der großzügig ausgebauten Nationalstraße auf schmale Wege verunsichern lassen. Gerade auf wenig befahrenen Nebenstecken erschließt sich der unberührte Charme Ostbelgiens.
Route für Route mehr Vielfalt
Wer alle drei Routen bereist, lernt Ostbelgien in all seiner Vielfalt kennen. Die drei Rundfahrten decken mit belgischer Eifel, Hohem Venn und Eupener Land die landschaftlichen, kulturellen, aber auch kulinarischen Höhepunkte der Grenzregion ab. Wiederzukommen für eine weitere Route lohnt sich daher. Besser noch, man bleibt gleich länger und genießt Ostbelgien Tour für Tour. Gute Fahrt!
Aktivpausen
Wer sich während der Touren die Füße vertreten möchte, sollte auf die grünen Piktogramme mit den Fußspuren achten. In verschiedenen Orten bieten Lehrpfade und Rundgänge die Möglichkeit, die Region aktiv zu erkunden und Wissenswertes über Land und Leute zu erfahren.
Barrierefrei durch Ostbelgien
Ostbelgien möchte künftig verstärkt darüber informieren, welche Sehenswürdigkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen zugänglich sind. Im Katalog "Ostbelgien Routen" sind die ersten offiziell durch Access-i zertifizierten Freizeiteinrichtungen gekennzeichnet. Weitere werden in Zukunft folgen. Auf der Webseite der Organisation (www.access-i.be) steht für alle überprüften Einrichtungen eine Liste der Stärken und Schwächen nach Art der Beeinträchtigung zur Verfügung. Eine ständig aktualisierte Übersicht der in Ostbelgien überprüften touristischen Angebote ist ebenfalls auf der vorliegenden Webseite zu finden.
Kino für die Ohren
Ein spannendes Hörerlebnis nicht nur für Menschen mit einer Seheinschränkung sind die Hörbeiträge der „Lauschtouren“. Kino für die Ohren gibt es mit der kostenlosen Lauschtour App. Einfach die App über app.lauschtour.de auf das Smartphone laden und los geht‘s. Drei Rundfahrten mit jeweils 11 Stationen führen durch den Süden Ostbelgiens. Die Sehenswürdigkeiten können aber auch im Rahmen der Ourtal Route sowie der Venn und Seen Route erkundet werden, da sie einzeln angehört werden können.
Hinweis für Radfahrer
Für eine angenehmere und verkehrsärmere Fahrt empfehlen wir den in Rosa markierten, gekürzten Streckenverlauf der Ourtal Route (82,5 KM) sowie der Venn und Seen Route (94 KM) auf der beiliegenden Straßenkarte.
Reiseführer "Ostbelgien Routen"
Mit dem neuen Katalog „Ostbelgien Routen“ lädt die Tourismusagentur Ostbelgien zu drei Rundfahrten ein, die jede für sich eine Reise wert ist. Die Neuveröffentlichung ist gratis erhältlich und bietet Infos zu drei beschilderten Thementouren durch die Eifel-Ardennen-Region, das Hohe Venn und das Eupener Land.
Ourtal Route
Tief im Süden gluckert ein Fluss
Die etwa 100 Kilometer lange Ourtal Route entführt zunächst durch das Herz der ostbelgischen Eifel und anschließend in ein unberührtes Flusstal tief im Süden von Ostbelgien. Fuchs und Hase sagen sich in den majestätischen Wäldern längs des Weges Gute Nacht. Flussschleifen und Kurven entschleunigen die Fahrt. Entspannt schaltet man einen Gang runter. Lebendige Dörfer und malerisch gelegene Höfe wollen erkundet werden.
Man folgt dem Angebot gern. An manchen Uferstellen liegt Deutschland nur einen Steinwurf über die munter dahinplätschernde Our entfernt. Ganz im Süden verläuft die Route für einige Kilometer dann durch das Großherzogtum Luxemburg. Der Übergang ist freilich so fließend wie die Our selbst, die sich in ihrem Lauf durch Staatsgrenzen nicht aufhalten lässt. Was auch für das nachbarschaftliche Verhältnis im ostbelgischen Dreiländereck gilt.
Man folgt dem Angebot gern. An manchen Uferstellen liegt Deutschland nur einen Steinwurf über die munter dahinplätschernde Our entfernt. Ganz im Süden verläuft die Route für einige Kilometer dann durch das Großherzogtum Luxemburg. Der Übergang ist freilich so fließend wie die Our selbst, die sich in ihrem Lauf durch Staatsgrenzen nicht aufhalten lässt. Was auch für das nachbarschaftliche Verhältnis im ostbelgischen Dreiländereck gilt.
Der Austausch unter Nachbarn prägt den heutigen Alltag mehr als die Grenze, für deren einstige Abriegelung etwa die mittelalterliche Burg Reuland steht. Nicht von ungefähr heißt das moderne Kultur-, Konferenz- und Messezentrum von St. Vith, dem größten Ort an der Ourtal Route, „Triangel“. Der Name ist Programm.
Noch ein Tipp – Abkürzung möglich
Eine Abkürzung ist zwischen Setz und St. Vith möglich. Diese teilt somit die Rundfahrt in eine Nordund Südschleife auf. Sowohl für die Gesamtroute als auch für Nord- oder Südschleife empfiehlt sich St. Vith als idealer Startpunkt.
Wir übernachten in St. Vith, wo man als Tourist zunächst versucht herauszufinden, ob man nun im Urlaub ist oder versehentlich in einer Broschüre mit dem Titel „Ruhe und Natur für Fortgeschrittene" gelandet ist. Das Städtchen ist gemütlich: ein schöner Park mit mehr Baumarten, als wir Pflanzennamen kennen, eine Burg, archäologische Ausgrabungsstätten und überall Informationstafeln zum Zweiten Weltkrieg. Nach Schild Nummer zwölf begannen wir spontan, langsamer zu gehen, als wären wir selbst Teil einer historischen Nachstellung. (…)
Da wir natürlich ehrgeizig waren und „die ganze Region entdecken wollten", entschieden wir uns für die Ourtal-Route. Eine ausgeschilderte Touristenroute mit speziellen sechseckigen Schildern. (…)
Unterwegs genossen wir wunderschöne Landschaften (...). Wir kamen an charmanten Kapellen und schönen Dorfkirchen vorbei, wie der St.-Vitus-Kirche und der St.-Wendelinus-Kirche, beide mit beeindruckenden Holzschnitzereien verziert. Dabei fragten wir uns, wie viel Geduld ein Mensch haben muss, um so etwas zu schaffen, ohne dabei einen Nervenzusammenbruch zu erleiden.
Auch das Historische Museum „Zwischen Venn und Schneifel" haben wir besucht. Historische Gegenstände, alte Dokumente und wahrscheinlich mindestens eine Vitrine, von der niemand genau weiß, was darin liegt, die aber dennoch jeder aufmerksam betrachtet.
Die weitläufigen Wälder waren atemberaubend still. So still sogar, dass wir plötzlich unser eigenes Magenknurren hörten. In diesem Moment wurde uns klar, dass Tourismus eigentlich nichts anderes ist als Wandern zwischen den Essenspausen.
In Medell nahmen wir uns ausgiebig Zeit, um das schöne Panorama zu genießen (...). Wir waren wirklich verblüfft, dass es in Belgien noch so wunderschöne Orte gibt. Keine 250 Kilometer von Brüssel entfernt findet man eine Landschaft, in der der Stress spontan beschließt, sich zu verabschieden.
Was ebenfalls auffällt: Die Städte und Gemeinden in Ostbelgien geben sich enorme Mühe, Touristen zu informieren. Wanderer, Radfahrer, Naturliebhaber … hier wird jeder verwöhnt. (…)
Wir beendeten unsere Ourtal-Route mit einem Besuch am Dreiländereck, einem symbolträchtigen Ort, an dem man fast erwartet, dass Europa selbst kurz auftaucht, um einen persönlich willkommen zu heißen.
Fazit: Zwei Tage sind viel zu kurz für diese herrliche grüne Region. Ein nächster Besuch ist bereits geplant … auch wenn wir beim nächsten Mal vielleicht doch eine größere Speicherkarte für die Fotos mitnehmen.
Danke, Ostbelgien – und danke an die sechseckigen Schilder, die uns meistens in die richtige Richtung geleitet haben!
Herman De Knijf (Hobbyfotograf und Blogger)
(Übersetzt aus dem Niederländischen)
Venn und Seen Route
Natur im Breitwandformat
Mit 150 Kilometern pocht die Venn- und Seen-Route darauf, die längste der drei Touren zu sein. Das Pensum ist dennoch stressfrei zu schaffen. Start ist im französischsprachigen Malmedy. Das lebendige Städtchen hat sein schmuckes Zentrum jüngst herausgeputzt. Hautes Fagnes heißt die unwirkliche Weite mit ihren federnden Torfflächen, dunklen Tümpeln, Mooren und mageren Birkenwäldchen im Norden von Malmedy. Ein paar Kilometer weiter ist die Sprachgrenze passiert.
Dann geht es ein kurzes Stück über die Grenze, diesmal bei einem Besuch des östlichen Nachbarn Deutschland aufder Höhe von Kalterherberg. Weiter südlich laden Stauseen wie der von Robertville oder Bütgenbach zu einer Rast am Wasser ein. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann am Ende der Route wiederkommen - zum Baden, zum Paddeln oder einfach zum Faulenzen. Noch ein paar Schlenker, noch ein paar verwunschene Dörfer, und die Sprachgrenze wird erneut überschritten: Malmedy ist bald danach wieder erreicht.
Noch ein Tipp – Abkürzung möglich
Dann geht es ein kurzes Stück über die Grenze, diesmal bei einem Besuch des östlichen Nachbarn Deutschland aufder Höhe von Kalterherberg. Weiter südlich laden Stauseen wie der von Robertville oder Bütgenbach zu einer Rast am Wasser ein. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann am Ende der Route wiederkommen - zum Baden, zum Paddeln oder einfach zum Faulenzen. Noch ein paar Schlenker, noch ein paar verwunschene Dörfer, und die Sprachgrenze wird erneut überschritten: Malmedy ist bald danach wieder erreicht.
Zwischen Sourbrodt und Mont kann die Route abgekürzt, oder auch in zwei ungefähr gleich lange Etappen, eine Nord- und eine Südschleife, unterteilt werden.
Ich habe die Route sehr genossen, da sie einen lehrt, dass der direkteste Weg vielleicht der schnellste, aber nicht der schönste ist (...) Meine Frau und ich waren sehr zufrieden, im mäßigen Tempo die Landschaft zu genießen. Die eine oder andere Sehenswürdigkeit, die wir zwar kannten, aber noch nie besichtigt hatten, haben wir, dank Liste im Katalog, dann auch in Augenschein genommen. Die beiden anderen Routen werden wir bestimmt auch bald in Angriff nehmen. Es machte auf jeden Fall Lust auf mehr.
A. Hinck, Hauset
Burgen Route
Drei Grenzen, viele Burgen, Herrenhäuser und Schlösser
Fast bis vor die Tore von Aachen führt die Burgenroute. Wie schon bei der Ourtal Route im Süden verläuft auch diese Rundfahrt durch ein Dreiländereck. Das Symbol der 79 Kilometer langen Route sind drei Grenzsteine. Die Beschriftung der Schilder wechselt je nach Sprachgebiet vom deutschen „Burgen Route“ zum französischen „Route des Châteaux oder man hat gänzlich auf die Beschriftung verzichtet und sich auf das Symbol begrenzt.
Vier Großgemeinden, eine spektakuläre Eisenbahnbrücke, Kapellen, Panoramablicke über das landschaftlich reizvolle Dreiländereck, doch vor allem gut zwei Dutzend Burgen, Herrenhäuser und Schlösser säumen die Route. Hinzukommen noch eine ganze Reihe weiterer sehenswerter Gemäuer, die etwas abseits der Route liegen. In ihrem Schatten rücken Ostbelgien, die Niederlande und auf deutscher Seite das Aachener Land aneinander. Denkmäler für den Ersten Weltkrieg oder ein Soldatenfriedhof erinnern daran, dass die Nachbarschaft nicht immer friedlich war. Vorbei! Längst haben die Burgen keinen Verteidigungszweck mehr.
Jeder Schlenker eine Überraschung
Aus wehrhaften, nur mit Schießscharten bestückten Wohntürmen, den Donjons, entstanden bereits im 17. und 18. Jahrhundert komfortable, lichte Schlösser. Die heutige Nutzung ist unterschiedlich. Mal ist das Anwesen Wohnsitz, mal Museum oder Jugendzentrum. Die Ballung der trutzigen Gemäuer aber bleibt ein Kulturgut, das Besucher aus dem gesamten Dreiländereck anlockt. Viele Herrensitze sind in Privatbesitz und können nur von außen besichtigt werden. Doch allein der zauberhafte Blick auf Türme, Erker, Wassergräbern lohnt den Weg.
Besonders die Burgen Route steckt voller überraschender Entdeckungen, gerade auch etwas abseits der Routenführung. Ein kleiner Schlenker, ein paar hundert Meter, manchmal auch wenige Kilometer, und schon schaut man erneut auf ein architektonisches Juwel. Um den richtigen Weg zu finden, hilft der Blick in die Beschreibung zur Rundfahrt und das beigefügte Kartenmaterial.