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IKOB (c)Redrawing the lines

Ausstellung: REDRAWING THE LINES

Eupen

11.10.2022 - 08.01.2023

Von der Kolonialzeit bis heute zieht sich in der Selbstwahrnehmung Europas der Eindruck, die „Alte Welt“ darzustellen: als Wiege der ältesten und bedeutendsten Zivilisationen und dazu berufen, über andere zu herrschen.

Mit: Matei Bejenaru, Irina Botea Bucan, Dani Gherc?

Dieses Bild der Ewigkeit steht im Kontrast mit der Geschichte des Kontinents, die von territorialer Zerbrechlichkeit und der ständigen Veränderung von Grenzen und Umwälzungen der eigenen Identität gezeichnet ist. Kriege, Machtkämpfe und Politik haben die Linien des Kontinents unzählige Male neu gezogen, um die Europäische Gemeinschaft, wie wir sie heute kennen, zu bilden. Vor fünfzehn Jahren trat Rumänien der Europäischen Union im Rahmen ihrer geopolitischen Erweiterung bei und gehört somit nach einem langen, schon 1993 angestoßenen Prozess zu den neuesten Mitgliedsländern. Rumänien bildet mit seinen Grenzen zur Republik Moldau und zur Ukraine auch Teil des östlichen Randes der EU. Die vermeintlich periphere Lage des Landes ist aber auch eine strategisch nützliche: sowohl geografisch als auch in Bezug auf sein Marktpotenzial sowie seine wertvollen natürlichen Ressourcen – darunter Erdöl, Gold, Silber, Uran und Kapazitäten für die Energieerzeugung aus Wasserkraft. Die EU-Mitgliedschaft Rumäniens hatte einen wichtigen Einfluss sowohl auf den Übergang des Landes zu einer kapitalistischen Wirtschaft nach 42 Jahren des Kommunismus, als auch auf die Entwicklung der der EU-Staaten in ihrer Gesamtheit.

„Redrawing the Lines“ (Die Linien neu ziehen) präsentiert Werke der Künstler:innen Matei Bejenaru, Irina Botea Bucan und Dani Gherc?, die sich mit dem postkommunistischen Wandel in ihrem Land beschäftigen, wobei der Schwerpunkt auf den politischen und sozioökonomischen Veränderungen liegt, die der EU-Beitritt Rumäniens mit sich gebracht hat. Während die Künstler:innen ebenso humorvoll wie kritisch auf die Singularitäten Rumäniens auf seinem Weg zu einer kapitalistischen, globalen Demokratie reagieren, lädt die Ausstellung das Publikum ein, diese Werke auf ihre Universalität hin zu betrachten und sie im Kontext aktueller Ereignisse – Ukraine-Krieg, Erstarken von Nationalismus und rechtsextremen Ideologien auf der ganzen Welt, steigende Lebenshaltungskosten und Energiekrise – neu zu bewerten. Matei Bejenarus Installationen stellen das Konstrukt von Sprachen und kapitalistischer Produktion in Frage, während Dani Gherc? durch seine Fotografien die Lebensumstände und sozialen Infrastrukturen beleuchtet. Die Videoarbeiten von Irina Botea Bucan sind eine kritische Untersuchung von Identitätspolitik und formulieren Gesten des Widerstands und der Hoffnung. Diese Ausstellung stellt die Frage: Welche Linien verpflichten wir uns zu bewahren, und welche Linien wollen wir in Zukunft ziehen?

„Redrawing the Lines“ ist von Daniella Géo kuratiert und wird in Zusammenarbeit mit SwitchLab, Bukarest, organisiert. Dieses Kulturprojekt wird unterstützt von der Verwaltung des Nationalen Kulturfonds von Rumänien (Administra?ia Fondului Cultural Na?ional – AFCN). Dieses Projekt stellt nicht unbedingt die Sicht der Verwaltung des Nationalen Kulturfonds von Rumänien dar. AFCN haftet nicht für die Inhalte des Projekts oder die Verwendung der Ergebnisse. Die Verantwortung hierfür liegt ausschließlich bei den Begünstigten.

 

Praktische Informationen

Datum & Uhrzeit :
11.10.2022 - 08.01.2023

Ort :
IKOB-Museum für Zeitgenössische Kunst
Rotenberg 12 b
4700 Eupen

T. +32 (0)87 56 01 10
E. info@ikob.be
H. www.ikob.be/

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