Karneval

Ob nach rheinländischer oder wallonischer Tradition – in Ostbelgien wird der Karneval von Einheimischen und Gästen mit hohem Elan und in bunten Kostümen gefeiert. Es lohnt sich, die Region im Frühjahr während der bunten Umzüge zu besuchen, denn die Ostbelgier feiern gerne und lassen die Gäste gerne an ihren Traditionen teilhaben.

Karnevalistische Agenda

 

 


Der rheinische Karneval in Ostbelgien


Beim rheinischen Karneval geht es darum, den Winter hinter sich zu lassen und vor der Fastenzeit nochmal das Leben mit Tanz und Spaß zu genießen. So findet man auch in den deutschsprachigen Gemeinden Ostbelgiens den typisch rheinischen Karneval, samt Karnevalsprinzen, Karnevalsumzügen und Kappensitzungen. In den wallonischen Gemeinden - mit Ausnahme von Malmedy, wo der Cwarmê gefeiert wird -  sind die Karnevalskomitees häufig von den Traditionen des rheinischen Karnevals beeinflusst; sie vermengen sie jedoch mit eigenen Bräuchen.

Wer wird gefeiert?

Die zentrale Figur im rheinischen Karneval ist der Karnevalsprinz. Einige Wochen vor Karneval wird er dem „Volk“ offiziell auf einer sogenannten Prinzenproklamation vorgestellt und ist von da an der Prinz seines Heimatortes. 

Wo wird gefeiert?

Als Karnevalshochburgen in Ostbelgien gelten im Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft die Orte Kelmis, Raeren und Eupen, im Süden zählt St.Vith dazu. Während der tollen Tage, von Altweiberdonnerstag bis Aschermittwoch finden hier zahlreichen Kostümballe, Umzüge und Feten statt.

Doch auch Orte wie Oudler, Reuland, Deidenberg, Amel, Büllingen, Bütgenbach oder Manderfeld im Süden oder Hergenrath, Kettenis, Lontzen im Norden haben während der tollen Tage ein volles Programm zu bieten.

Wann wird gefeiert?

In den Hochburgen beginnt die närrische Zeit am 11. November. Die Zahl ELF symbolisiert dabei "Die Jecken", da sie sich über der Zahl 10 und damit über einem abgeschlossenen Ganzen befindet und vor der heiligen Zahl 12 steht. Wie die Geheimnisse des Tarockspiels, verbildlicht sie den Sieg der Weisheit, die sich vom Wahnsinn abgrenzt. Und um diese Symbolik abzuschließen, setzt sich das Organisationskomitee des Karnevals aus elf Mitgliedern zusammen, die den "Elferrat" bilden und das Regelwerk in elf Punkten festlegen.

Altweiberdonnerstag/Möhnendonnerstag

Die Frauen übernehmen ab 11:11 ihren Heimatort. Selbst Bürgermeister oder andere öffentliche Personen müssen den Frauen weichen. Meist kostümiert und gut gelaunt ziehen die Frauen durch Ihren Heimatort und verdrehen bei Tanz, Spaß und Gesang den Männern den Kopf.

Karnevalssonntag

In vielen Orten Höhepunkt der tollen Tage. Vielerorts finden Karnevalsumzüge statt. Geschmückte Wagen, Fuß- und Musikgruppen begleiten den Karnevalsprinzen und sein Gefolge durch den Ort, um anschließend gemeinsam zu feiern.

Rosenmontag 

In einigen Orten Ostbelgiens ist der Rosenmontag ganz klar der Höhepunkt der Festtage. Seinen Namen hat er dem Kölner Karneval zu verdanken und den Bräuchen des Papstes, der im Mittelalter am Montag vor Beginn der Fastenzeit eine goldene Rose weihte.

Veilchendienstag 

Früher unter Einfluss der katholischen Kirche wurde dieser Tag „Beichtdienstag“ genannt, da es der letzte Tag vor Beginn der Fastenzeit ist. Heute wird der Veilchendienstag eher zum Feiern genutzt und um gegen Mitternacht das Ende der tollen Tage anzukünden.

Aschermittwoch

Das Ende des Karnevals und der Beginn der 40-tägigen Fastenzeit. 

 


Der Cwarmê in Malmedy

Eine jahrhundertelange Tradition wird beim Malmedyer Karneval während der drei tollen Tage vor Aschermittwoch jedes Jahr neu belebt. An den vier "fetten Donnerstagen" vorher (petites haguètes) ziehen die Maskierten von Kneipe zu Kneipe und machen sich nett und freundlich lustig über die Gäste ("lawer" auf wallonisch).
Während zwei bis drei Monaten vor Karneval proben die Musikvereine die neuen Karnevalslieder, die zum Jahresthema passen müssen. Die Näherinnen sind emsig mit dem Zuschneiden der Kostüme beschäftigt und die beiden Männergesangsvereine bereiten die "Rollenspiele" (satirisches Straßentheater) für den Montag vor.

Am Karnevalssamstag eröffnet die "Grosse Police" die Festlichkeiten und der Bürgermeister übergibt dem "Trouv'lê" seine Macht. Der große Umzug am Sonntag ist der Höhepunkt des Straßenkarnevals, denn 1.500 Personen tragen die typischen Masken und Kostüme des wallonischen Karnevals. Die Zuschauer werden regelmäßig mit einbezogen.
Der "Rollentag" am Montag ist eigentlich den Malmedyern vorbehalten, denn nur "Insider" verstehen die lustigen Späße über die Stadtbewohner. Am "Fetten Dienstag" geht alles mit dem Abbrennen der Haguète zu Ende.

Bei allen Veranstaltungen wird "Wallonisch" gesprochen. Auch wenn man es nicht versteht, hindert dies niemanden daran, eifrig mitzumachen. Willkommen beim "Cwarmê d'Mâm'dî".

Die Essgewohnheiten des Cwarmê

In den 70er Jahren des 19. Jh. servierten die besten Restaurants der Stadt hauptsächlich Austern - die damals noch aus Ostende kamen - Kaviar, Gänseleber und getrüffeltes Fleisch. Natürlich konnten alle Leute sich nicht solche Mahlzeiten leisten und viele begnügten sich einfach mit "andouille" (Wurst aus Schweine- oder Kalbskaldaunen), was ja bei weitem billiger war. Zu jener Zeit wurde auch ein eigenartiger Salat gegessen, der mit Heringen, roten Beten und Kartoffeln zubereitet wurde und "Salade russe" (russischer Salat) genannt wird.

Dieses Gericht bietet den Vorteil, den vom "pèkèt" (Wacholderschnaps) und vom Bier strapazierten Magen rasch wieder in Ordnung zu bringen. Obwohl dieser Salat nicht mehr als Hauptnahrung während des Karnevals dient, ist er doch das Gericht der "fetten Tage" geblieben. Seit dem 19. Jh. ist er durch zahlreiche Zutaten bereichert worden und jede Hausfrau hat ihr eigenes Rezept. 

>> Weitere Infos zum Karneval in Malmedy

 


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